Unruh III / Soundtrack Cologne
Im Rahmen von soundtrack_cologne findet noch einmal das gnmr-Konzert aus der Unruhreihe statt.
| What | |
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| When |
2009-11-21 20:30
2009-11-21 22:00
2009-11-21 from 20:30 to 22:00 |
| Where | hdak Kubus, Köln |
| Add event to calendar |
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schränkung der Kunstformen Malerei und Musik ist Ausgangspunkt
von UNRUH III, das die Wahrnehmung durcheinander bringen will,
um mit den Augen zu hören und mit den Ohren zu sehen.
Klanginstallationen, Sound Performances und Videoprojektionen
verbinden sich zu neuen Hörwelten.
Mit Werken u.a. von Manos Tsangaris, Florian Zwissler, Stefan Kreitmayer, Yoko Ono und Florian Mattil
Dorrit Bauerecker · Akkordeon, Performance
Florian Mattil · Klavier, Performance
Florian Zwißler · Synthesizer, Performance
Eine Veranstaltung von visual sounds - musik intermedial in
Kooperation mit SoundTrack_Cologne 6.0
Programm bei Soundtrackcologne: http://www.soundtrackcologne.de/pdfs/091109_STC6_Prgheft_v7.pdf
UNRUH III
Sichtbarer Klang, tönende Handschrift, Musik mit LichtMusiken zum Sehen, Malerei zum Hören
Durch die Phonographie und ihre wissenschaftliche Nutzung in Akustik und Phonetik wird es im Laufe des 19. Jhd. zum ersten Mal möglich, Klang sichtbar zu machen. Er hat Teil an Eigenschaften des Raums, wird fixierbar, teilbar und lesbar. Zeitgleich ist zu beobachten, wie die Entwicklung des Films die Lichtkunst und die Malerei dynamisiert, so dass sich diese konkret mit der Gestaltung von Zeit und Bewegung beschäftigen. Die Verschränkung der Kunstformen Malerei und Musik, wie sie im abstrakten Film experimentell erprobt wird, ist Ausgangspunkt von UNRUH III, das diesmal die Wahrnehmung durcheinander bringen will, um mit den Augen zu hören und mit den Ohren zu sehen.
Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts experimentierten unterschiedlichste bildende Künstler mit den Möglichkeiten des Films, um die abstrakte Malerei weiterzuentwickeln. In diesen abstrakten und stummen Filmen werden durch die Veränderung von Anzahl, Intensität, Position, Analogie und Kontrast der gezeichneten Formen auf der Leinwand Rhythmus und Bewegung geschaffen: eine "Musik zum Sehen" (Weibel).
In einzelnen abstrakten Filmen wurden nicht nur alle visuell erkennbaren Formen Bild für Bild gemalt sondern ebenfalls die Tonspur, die durch Licht abgetastet wurde. Hierbei handelt es sich einerseits um einen der frühesten Versuche, synthetische Töne herzustellen, andererseits erweitert die Malerei ihr Material hier auf den Bereich des Klingens und begibt sich auf die Suche nach einem tönenden ABC.
Ein paar Jahrzehnte später lässt sich beobachten, wie in Kompositionen von Cage, Stockhausen oder Kagel Lichtquellen neben anderen Instrumenten als gleichberechtigtes musikalisches Material verwendet werden. In Anlehnung an Weibel ließe sich hierbei von einer Lichtkunst zum Hören sprechen.
In Iannis Xenakis Polytope de Cluny von 1975, einem abstrakten automatischen Lichtspektakel mit Laserstrahlen und Scheinwerfern, kommt dann auch das von ihm entworfene UPIC-System zum Einsatz. Dieses erlaubt dem Komponisten, die Klangbewegungen, also Tonhöhenverlauf, Wellenform und dynamische Entwicklung, direkt mit einem Stift zu zeichnen und durch einen Computer zum Klingen zu bringen.
UNRUH will dieser seltsamen Verschränkung von Licht, Film und gezeichnetem Klang nachgehen und sich auf die Suche nach aktuellen Spuren einer solchen Kunst machen.
UNRUH sucht nach dem Grenzgebiet, in dem sich Visuelles und Akustisches vermischen,
in dem Maler mit Tönen malen und Musiker mit Licht, Schatten und Farbe komponieren.
Eine Suche nach Klängen, die erzeugt werden, um sie zu sehen, und nach einer hörbaren Lichtkunst.
UNRUH versucht Verbindungen, Fluchtlinien und Perspektiven zu entdecken, in denen Sichtbares und Hörbares aufeinander bezogen sind, jenseits von Videoclip, Lightshow und synästhetischer Wahrnehmung.
UNRUH bringt aktuelle musikästhetische Strategien zum Klingen und zeigt, wie Komponisten den Blick auf den Klang lenken, klingende Perspektiven auf Lichtkunst und Film werfen und neue Verbindungen zwischen Auge und Ohr knüpfen.
UNRUH
Die Unruh ist ein Bauteil eines Uhrwerkes, sie ist ein präzise gefertigtes Rädchen, das an den Wellenenden Zapfen zur Lagerung hat. Die Unruh dient zur Erzeugung einer zeitlich definierten Bewegung, die durch die Mechanik des Uhrwerks in eine Bewegung der Uhrzeiger umgesetzt wird. – So, wie die Unruh die Uhr in Bewegung versetzt, will UNRUH Menschen in Bewegung versetzen. Unruhe – äußere und innere – ist eine Voraussetzung für das Schaffen von Kunst. Unruhe braucht es, um Kunst zu rezipieren. Unruhe braucht es, um lebendig zu sein.